Angst - Panik - Phobien
3. Entstehung der Angst
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Eine der Wirkungen der Furcht ist es, die Sinne zu verwirren
und zu machen, dass uns die Dinge anders erscheinen, als sie sind.
(Miguel de Cervantes – Saavedra 1574 – 1616)
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Der Frühling (Claude Monet)
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Über die Entstehung von Angst gibt es verschiedene
Erklärungsansätze und sie werden von den verschiedenen Richtungen
der Psychologie unterschiedlich beurteilt.
Ich möchte hier vier grundlegende Richtungen kurz darstellen:
1. Die Psychoanalytische Theorie
Für den Begründer der psychoanalytischen Theorie, Siegmund Freud,
ist Angst ein Signal für einen Konflikt des "Ich" mit den Anforderungen
aus dem "ES", dem "Über-Ich" oder der Umwelt.
Zum Verstehen dieser Theorie muss gesagt werden, dass Freud den Menschen
unterteilt in das "Ich" das am täglichen Leben teilnimmt, das "ES",
unser Unterwustes (manchmal auch der "Dunkle Teil" unserer Persönlichkeit)
und das "Über-Ich", das Gewissen, welches vor allem in unserer Kindheit
gebildet wird.
2. Die Behavioristische Theorie oder die
Lerntheorie
Diese Theorie vertritt die Auffassung, dass Angst - wie jedes andere Verhalten
auch - durch Lernen entsteht.
Auf einen Reiz erfolgt eine Reaktion. Manche erinnern sich vielleicht an
den Versuch mit dem "Pawlowschen Hund" in der Schule.
Beispiel: Eine Person erlebt bei einem Flug während eines schweren Unwetters
große Ängste und hatte die Befürchtung abzustürzen.
Die Folge: Das Fliegen ist nun mit Angst besetzt (gelernt). Es ist die Flugangst
entstanden.
Natürlich "lernt" bzw. bekommt nicht jeder Mensch bei einem Unwetter
beim Fliegen die Flugangst.
3. Kognitionspsychologische Angsttheorie
Die Kognitionspsychologische Angsttheorie geht davon aus, dass Situationen
bewertet und eingeschätzt werden.
Angst gilt hier als das Ergebnis einer bedrohlichen Situationseinschätzung.
4.Neurobiologische Theorie
Bei dieser Theorie wird die Frage gestellt, warum z.B. nicht jeder Mensch
bei einem "schweren Flug" (vgl. Punkt 2) eine Flugangst bekommt.
Es kann also nicht sein, dass alleine die Lernerfahrung eine Rolle spielt
bei der Entstehung der Angst, sondern auch eine biologische Disposition bestehen
muss, d.h., jeder Mensch ist anders, hat andere Anlagen, ist anders "gestrickt";
z.B. ein sensibleres Nervensystem kann dazu führen, dass sich die Angst
in bestimmten Situationen schneller entwickelt.
Dieses sensiblere Nervensystem ist wohl auch auf Vererbung
zurückzuführen.
Bei dieser kurzen Darstellung der Richtungen und Erklärungen möchte
ich es belassen.
Fest steht wohl, dass jeder Mensch einzigartig ist und nicht in bestimmten
Theorien "reingezwängt" werden kann, nur weil zufällig ein
Psychotherapeut die oder die Richtung vertritt und von ihr überzeugt
ist oder sie ausschließt.
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