Angst - Panik - Phobien
6. Angst und Zwänge
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Zwänge sind die Zangen des Lebens
(Waltraud Puzicha * 1925)
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Der Seerosenteich (Claude Monet)
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- Alles unter Kontrolle -
Zwangsstörungen sind Zwangsgedanken und/ oder Zwangshandlungen, die
dazu dienen, Angst zu neutralisieren. Man schätzt, dass etwa 2- 3 %
aller Menschen von Zwangsstörungen betroffen sind.
- Normale Zwänge -
Jeder von uns ist bestimmten Zwängen unterworfen. Die meisten müssen
zu einer vorgegeben Zeit aufstehen, zur Schule oder zur Arbeit gehen.
Dies sind ganz normale Zwänge - ohne diese Zwänge ist ein Leben
in einer Gemeinschaft nicht möglich.
- Harmlose Zwänge -
Es gibt auch "harmlose" Zwänge, die viele von uns haben, die aber schon
an Zwangsstörungen heranreichen
können - je nach Intensität; so z.B. Briefmarken sammeln oder
Bierdeckel.
- Wenn Zwänge zum Problem werden -
Die Grenzen sind überschritten, wenn das Leben von Zwängen
beeinträchtigt wird - wenn der Betroffene sich intensiv seinen Zwängen
widmet und der Auseinandersetzung mit seinen Problemen und/oder Ängsten
ausweicht.
Zwänge beziehen sich auf bestimmte Lebensbereiche oder bestimmte Situationen
und einen immer wiederkehrenden Handlungsablauf.
Zwänge führen wiederholt zu sinnlosem Handeln.
Der Betroffene ist sich dessen bewusst, kann ihnen aber nicht entkommen.
Beispiel für Zwänge
Waschzwang
Der immer wiederkehrende Zwang, sich zu waschen, z.B. die Hände, obwohl
sie sauber sind.
Ordnungszwang
Der immer wiederkehrende Zwang, Schrank, Schreibtisch, Wohnung aufzuräumen
und alles in einer bestimmten Form zu ordnen.
Putzzwang
Der immer wiederkehrende Zwang, die Wohnung zu putzen, obwohl diese sauber
ist.
Sammelzwang
Klauzwang
Kontrollzwang
Der Zwang z.B. immer wieder zu kontrollieren, ob der Herd ausgeschaltet ist
oder beim Verlassen der Wohnung, ob die Wohnungstüre auch abgeschlossen
ist.
Aus Ängsten kann eine Flucht in Zwänge folgen; ebenso:
Überforderung, Probleme, zu große Verantwortung.
Menschen mit Zwängen suchen auch gerne die Schuld nur bei sich.
Die Folge von Zwangshandlungen ist eine Verringerung der Spannungen und
Ängste. Zwanghaftes Kontrollieren, Waschen etc. gibt für kurze
Zeit ein Gefühl der Sicherheit und reduziert die Ängste. Der Betroffene
fühlt sich besser und hält somit an den Zwangshandlungen fest.
Der Nachteil ist, dass sich Zwänge mit der Zeit verselbständigen
und zu einem eigenen Problem werden.
Zwangshandlungen oder Zwangsgedanken verursachen beim Betroffenen erhebliche
Belastungen. Sie nehmen am Tag oft mehr als 1 Stunde in Anspruch und/oder
der normale Tagesablauf, die berufliche Tätigkeit sowie die sozialen
Aktivitäten, Beziehungen sind deutlich gestört und
beeinträchtigt.
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